Unterwegs in Esch-sur-Alzette
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Esch-sur-Alzette:
Eine Stadt zwischen Stahl und Jugendstil
Entdecke Esch-sur-Alzette auf dem Architekturrundgang – Eine Stadt voller architektonischer Schätze und industrieller Geschichte!

Unterwegs in Esch sur Alzette
Esch-sur-Alzette:
Eine Stadt zwischen Stahl und Jugendstil
Unsere Wohnmobiltour durch Luxemburg ist in vollem Gange! Wir haben die malerische Schönheit des Müllerthals mit dem Müllerthal Trail 2 erkundet, das bezaubernde Echternach besucht und die sanften Hügel des Ösling durchquert. Burg Vianden, die idyllischen Flusstäler von Our und Sauer, die Gedenkstätten rund um Wiltz und natürlich die Hauptstadt des Großherzogtums, Luxemburg-Stadt, haben uns in ihren Bann gezogen. Nun setzen wir unsere Reise in Richtung Süden fort, wo wir die alten Industrieanlagen und die reizvolle Moselregion entdecken wollen.

Unterwegs in Esch sur Alzette
Esch-sur-Alzette: Eine Stadt mit zwei Gesichtern
Heute besuchen wir Esch-sur-Alzette, die zweitgrößte Stadt des Landes. Esch sur Alzette verdankt ihre Bedeutung den zahlreichen Bergwerken in der Region. Doch ihre Geschichte hat auch eine einzigartige Innenstadt hervorgebracht, die von Jugendstil und der Architektur der Zwischenkriegszeit geprägt ist. Diesen architektonischen Schätzen wollen wir nun auf einem Rundgang durch Esch sur Alzette nachspüren.

Unterwegs in Esch sur Alzette
Ein Blick in die Geschichte von Esch-sur-Alzette
Die erste Erwähnung von Esch-sur-Alzette reicht zurück bis ins Jahr 773. Im Jahr 1287 erhielt Esch seinen Freiheitsbrief von Heinrich IV., Graf von Luxemburg. 1311 wurde das Städtchen von einer Ringmauer umgeben, die jedoch 1671 wieder abgetragen werden musste, als Esch seine Stadtrechte verlor. Ihren Aufstieg verdankt die Stadt der Entdeckung des Eisenerzes „Minette“ im Jahr 1838. Die systematische und industrielle Ausbeutung dieses Erzes zog viele Arbeitskräfte an. So wuchs Esch sur Alzette von einem ländlichen Ort zu einer Industriestadt heran. Heute beherbergt die ehemalige „Eisen-Metropole“ die Universität Luxemburg. Esch sur Alzette trägt 2022 den Titel „Kulturhauptstadt Europas“. Der Einfluss germanischer und romanischer Architektur macht Esch sur Alzette zu einem Schmelztiegel europäischer Baustile.

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Mein Rundgang durch Esch-sur-Alzette
Maxi und ich finden einen Parkplatz etwas außerhalb des Zentrums – kostenlose Parkplätze sind in Esch sur Alzette rar. Ich mache mich ohne den Hund auf den Weg in die Innenstadt. Sofort fällt mir der typische Geruch einer Bergarbeiterstadt auf. Züge rumpeln vorbei, und die Fassaden der Häuser tragen trotz aller Bemühungen einen leichten „Schmutzfilm“. Die Menschen wirken auf den ersten Blick etwas ernster als im übrigen Luxemburg, aber man sagt, sie seien fleißig und zupackend.
Nachdem ich die Straße überquert habe, erreiche ich den großen Platz und meinen Startpunkt: das Monument der Opfer des Zweiten Weltkriegs. Dieses beeindruckende Denkmal steht am Anfang des Platzes.

Unterwegs in Esch sur Alzette
Architektonische Vielfalt in Esch-sur-Alzette
Esch sur Alzette beeindruckt mit einer Vielfalt an Architekturstilen.
- Historismus: Dieser Stil des 19. Jahrhunderts verbindet verschiedene Baustile und integriert moderne Materialien wie Eisen und Glas.
- Jugendstil: Geschwungene Linien und von der Natur inspirierte Formen prägen diesen Stil, der in Esch sur Alzette zwischen 1880 und den 1920er Jahren beliebt war.
- Art déco: In der Zeit zwischen 1925 und dem Zweiten Weltkrieg dominierte der Art déco mit seiner klaren Funktionalität und geometrischen Ornamenten.
Oft bleibe ich stehen und bewundere die Schönheit und Liebe zum Detail, die in jedem einzelnen Gebäude stecken. Auch wenn ich kein ausgewiesener Architekturkenner bin, bin ich tief beeindruckt.

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Einige Highlights des Architekturrundgangs
- Haus Nr. 20 (Rue de l’Alzette): Dieses Haus ist ein typisches Beispiel für den Jugendstil in Esch sur Alzette. Die Fassade ist reich verziert mit floralen Motiven und geschwungenen Linien. Besonders auffällig sind die schmiedeeisernen Balkongitter und die farbigen Glasfenster. Ich stehe davor und bewundere die filigrane Handwerkskunst.
- Haus Nr. 22 (Rue de l’Alzette): Auch dieses Gebäude ist dem Jugendstil zuzuordnen, zeigt aber bereits Einflüsse des Art déco. Die Fassade ist klarer strukturiert als bei Haus Nr. 20, aber immer noch mit dekorativen Elementen wie Mosaiken und Stuckarbeiten versehen. Die symmetrische Anordnung der Fenster und der Eingangstür fällt mir besonders ins Auge.
- Haus Nr. 24 (Rue de l’Alzette): Dieses Haus repräsentiert den Art déco. Die klaren Linien, die geometrischen Formen und die Verwendung von modernen Materialien wie Beton und Glas sind typisch für diesen Stil. Ich finde die schlichte Eleganz und die Funktionalität dieses Gebäudes sehr beeindruckend.
- Haus Nr. 31 (Rue de l’Alzette): Hier entdecke ich einen neoklassizistischen Einfluss. Die Fassade ist streng symmetrisch aufgebaut und mit Säulen und Pilastern gegliedert. Das verleiht dem Gebäude eine gewisse Monumentalität.
- Fresko „Esch, ville ouverte“: Dieses Wandgemälde ist ein modernes Kunstwerk, das die Geschichte und Identität von Esch sur Alzette auf künstlerische Weise interpretiert. Ich lasse den Blick über die verschiedenen Szenen schweifen und versuche, die Botschaften zu entschlüsseln.
Den ganzen Architekturrundgang mit vielen Erklärungen kann man sich hier als PDF herunterladen.

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Begegnung mit einem „Mascarin“
An einem der Gebäude mit einem markanten Gesicht als Verzierung werde ich beim Filmen von einem älteren Herrn auf Französisch angesprochen. Als ich ihm zu verstehen gebe, dass ich kein Französisch spreche, wechselt er ins Deutsche. Er erzählt mir, dass sein Vater Architekt war und an der Gestaltung der Stadt mitgewirkt hat. Zu dem steinernen Gesicht sagt er schmunzelnd: „Das ist ein Mascarin und kein Macaron!“ – ein Wortspiel, das im Französischen „Das ist ein Kopf und kein Keks“ bedeutet. Er erzählt mir noch ein wenig über Esch sur Alzette und gibt mir ein paar Tipps für weitere schöne Gebäude. Seine Begeisterung für seine Stadt ist ansteckend.

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Fazit: Eine Stadt mit Charakter
Esch sur Alzette ist sicherlich nicht die eleganteste Stadt, die ich in Luxemburg besucht habe. Es ist eine Arbeiterstadt, und das sieht und riecht man. Aber die Stadt ist stolz auf ihre Architektur. Selten habe ich eine Stadt gesehen, die so reich an prunkvollen Häusern, liebevollen Fresken und schöner Architektur ist. Voller neuer Eindrücke mache ich mich auf den Rückweg zum Günther. Morgen wollen wir die „roten Erden“ der Region bei einer Wanderung erkunden, bevor wir uns zur Mosel aufmachen, um die Weinberge und den Fluss zu genießen.
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