Bamberg, die Stadt der sieben Hügel, verzaubert mit UNESCO-geschützter Altstadt, duftenden Rosengärten, historischen Brauereien und eindrucksvoller Architektur.
Blick auf das wunderschöne Bamberg
Bamberg – Barock, Bier & Brückenromantik
Nach unserer duftenden Reise durch die Provence, einer märchenhaften Entdeckungstour quer durch Luxemburgund einem stillen Streifzug durchs Weserbergland beginnt nun ein neuer Abschnitt: die Tour de East. Die ersten Kilometer liegen hinter uns, Günther hat uns zuverlässig über die Autobahn getragen, Maxi döste entspannt auf seiner Decke – und jetzt stehen wir also hier, in Bamberg. Eine Stadt, von der man sagt, sie sei eine der schönsten Deutschlands. Ob das stimmt? Ich will es selbst herausfinden – mit Neugier, Kamera, offenen Augen und dem Wunsch nach Stille zwischen Geschichte, Gassen und Gärtnerbeeten.
Blick auf die Altstadt
Altstadt aus einem Guss – Willkommen in Bamberg
Schon beim ersten Blick auf den Stadtplan wird klar: Bamberg ist nicht irgendein Städtchen. Die Altstadt steht in ihrer Gesamtheit unter dem Schutz des UNESCO-Welterbes– ein Prädikat, das man hier nicht als Etikett, sondern als Versprechen versteht. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört, was heute bedeutet: man kann durch Gassen spazieren, in denen die Jahrhunderte noch wohnen. Über 1200 Baudenkmäler, verwinkelte Viertel, eine Dominsel, Fachwerk und Fürstbischöfe – es ist, als sei die Zeit hier nur in den Brauereien weitergelaufen.
Romantik an der Regnitz
Ankommen mit Günther – und weiter mit Zeus
Da die Wohnmobilsituation in Bamberg eher… bescheiden ist, parken wir Günther auf dem offiziellen Parkplatz am Hainpark. Ruhig, grün, mit viel Platz zum Gassigehen. Und dann? Dann wartet Zeus. Nein, nicht der griechische Gott, sondern der knallblaue E-Scooter mit flottem Motor. Und so sause ich, den Rucksack festgezurrt, durch die grünen Alleen des Parks, vorbei an lauschigen Badestellen, begleitet vom ersten Sonnenlicht auf dem Wasser – und vom erwartungsvollen Blick meines vierbeinigen Mitreisenden. Noch ist es ruhig. Und genau das gefällt mir.
Alte Häuschen
Zwischen Marktständen und Maximilianplatz
Mein Weg führt mich durch die Fußgängerzone, vorbei am Obstmarkt, wo die ersten Händler ihre Körbe ordnen, bis hin zum Maximilianplatz mit seinem neuen Rathaus. Die Fassaden strahlen im zarten Morgenlicht, als wollten sie sich frisch machen für den Tag. Ich schlendere weiter, lasse mich treiben, nehme Abzweigungen, einfach weil ein Straßenschild hübsch klingt. Der Main-Donau-Kanal fließt ruhig, die Schiffe liegen noch still. Es ist dieser Moment, in dem eine Stadt noch ganz bei sich ist – und man selbst fast unsichtbar durch sie wandert.
Sommer an der Regnitz
Ein Beet fürs Weltkulturerbe – die Gärtnerstadt
Ein Stück weiter lande ich in einem Viertel, das sich auf keiner Postkarte so recht finden lässt, aber mich sofort berührt: die Gärtnerstadt. Seit dem Mittelalter bewirtschafteten hier die Bürger ihre Gärten mitten in der Stadt – Salatköpfe, Kräuter, Blumen. Und das tun sie zum Teil bis heute. Zwischen kleinen Häuschen öffnen sich immer wieder Zugänge zu großen Gärten, voller Obstbäume, Tomatenpflanzen und alten Geräteschuppen. Es ist eine stille Oase. Und zugleich ein wesentlicher Grund, warum Bamberg UNESCO-Welterbe ist – weil hier urbane Landwirtschaft seit Jahrhunderten gelebt wird.
Klein Venedig Panorama
Inselstadt – Prunk, Menschen, Motoren
Ein kurzer Schlenker über eine der vielen Brücken bringt mich in die Inselstadt. Der Kontrast ist deutlich. Hier dominiert das städtische Leben, große Gebäude, reger Verkehr, die erste Hektik des Tages. Ich staune über barocke Prachtbauten, lasse mich aber auch ein wenig vom Lärm zurückwerfen. Ein kurzer Moment des Innehaltens, dann ziehe ich weiter – ich suche das leise Bamberg.
Sandviertel – zwischen Fachwerk und Fürstbischof
Und finde es wenig später im Sandviertel. Kleine Gassen, urige Wirtshäuser, schräge Fachwerkhäuser mit bunten Fensterläden. Hier mischt sich Barock mit schiefer Romantik. Der Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn hatte einst die Vision, Bamberg ein zweites Rom zu schenken – mit barocker Pracht und katholischem Glanz. Was blieb, ist ein Viertel, das wirkt wie ein verwunschenes Buch, durch das man Seite für Seite spaziert.
Stille Orte in Bamberg
Neue Residenz & Rosengarten – Blütenträume mit Aussicht
Ich stehe nun vor der Neuen Residenz – einem beeindruckenden Bau mit zwei Innenhöfen, wo einst der Fürstbischof logierte. Das Innere spare ich mir heute, zu verlockend wirkt der Weg durch den angrenzenden Rosengarten. Dort oben erwartet mich eine andere Welt: Rosen in allen Farben, Bänke unter Arkaden, und dieser Blick… über die Dächer von Bamberg, über Türme und Giebel – bis zum Kloster Michelsberg, das sich majestätisch über die Stadt erhebt. Es ist ein Ort zum Atmen. Zum Sitzen. Zum Schweigen.
Das Kloster Michelberg
Kloster Michelsberg – über den Dingen
Das Kloster Michelsberg stammt aus dem 11. Jahrhundert und galt lange als das spirituelle Zentrum Bambergs. Die imposante Kirche, die Weinberge am Hang, die friedliche Atmosphäre – all das wirkt wie ein Rückzugsort über den Dingen. Ich beobachte das alles aus der Ferne, spüre eine stille Dankbarkeit, hier zu sein. Vielleicht komme ich später noch einmal zurück.
Der ganze Bamberger Dom
Der Bamberger Dom – Stein gewordene Macht und Mystik
Der Weg zum Dom führt mich über den imposanten Domplatz. Weit öffnet sich der Platz vor mir, umrahmt von ehrwürdigen Gebäuden, die mit jedem Schritt ihre Geschichten zu erzählen scheinen. Und mittendrin: der Bamberger Dom, ein Bauwerk, das den Atem anhält. Vier Türme recken sich in den Himmel, als wollten sie die Zeit selbst festhalten. Ich trete ein, und sofort umfängt mich eine kühle, ehrwürdige Stille. Die Luft riecht nach Stein, nach Weihrauch, nach Jahrhunderten.
Ich schlendere durch das gewaltige Kirchenschiff, betrachte das Spiel von Licht und Schatten an den Säulen, verweile vor dem berühmten Bamberger Reiter, der so viele Fragen offenlässt. Wer war er? Warum sein ernster Blick? Warum das Pferd in dieser Haltung? Ich weiß es nicht – und will es vielleicht auch gar nicht genau wissen. Manchmal liegt der Zauber im Nichtwissen. Hinter dem Reiter liegt das Grab von Papst Clemens II., der einzige Papst, der nördlich der Alpen beigesetzt wurde. Ein Hauch von Weltgeschichte in diesem stillen Ort. Und nicht weit entfernt die Gräber von Heinrich II. und Kunigunde, den Heiligen des Reiches – und den Schutzpatronen dieser Stadt.
Der Bamberger Reiter – Mysterium
Heinrich & Kunigunde – Herz und Heiligkeit Bambergs
Man kann über Bamberg nicht sprechen, ohne über Heinrich und Kunigunde zu erzählen. Heinrich II., deutscher König und später Kaiser, gründete hier im Jahr 1007 das Bistum Bamberg – aus politischem Kalkül, aber auch mit tiefem religiösen Impuls. Seine Frau Kunigunde, ebenso tiefgläubig wie entschlossen, unterstützte ihn dabei. Beide wurden später heiliggesprochen. In Bamberg begegnet man ihnen immer wieder: als Statuen, als Wandgemälde, als Namen. Für die Stadt sind sie nicht nur historische Figuren, sondern Teil ihrer Identität. Eine Mischung aus Macht und Demut, aus Politik und Spiritualität – wie die Stadt selbst.
Klein Venedig am Wasser
Durch die Bürgerstadt – und ein zweites Frühstück
Nach dem eindrucksvollen Dom spaziere ich langsam zurück in die Innenstadt. Ich laufe durch die Bürgerstadt, vorbei an schönen Fassaden, kleinen Läden, liebevoll bepflanzten Balkonen. Und immer wieder: Brauereien. Ganze elf Brauereien zählt man allein in der Stadt, mehr als in jeder anderen Stadt weltweit. Die Brautradition hier ist nicht nur alt, sondern lebendig – viele Bamberger trinken ihr Bier aus der eigenen Nachbarschaft. Ich spaziere am „Schlenkerla“ vorbei, der bekanntesten Rauchbierbrauerei, rieche das süßliche, malzige Aroma, das aus dem Keller steigt. Und doch – jetzt ist mir nach etwas anderem.
Ich kehre in eine Bäckerei ein. Nicht, um zu frühstücken – das habe ich längst – sondern um ein Bamberger Hörnla zu probieren. Oder war’s ein Bamberger Hörnle? Der Unterschied ist wichtig! Das Bamberger Hörnla ist eine alte Kartoffelsorte, klein, länglich, zart im Geschmack – ein kulinarisches Erbe der Region. Das Bamberger Hörnle hingegen ist ein buttriges, zart gebackenes Croissant-artiges Gebäck. Und genau so eines liegt nun auf meinem Teller, flankiert von einem Cappuccino und der Neugier auf das nächste Kapitel dieses Stadtrundgangs.
Das Bamberger Wahrzeichen – das Rathaus im Fluss
Altes Rathaus – mitten im Fluss, mitten im Herz
Dann stehe ich vor DEM Wahrzeichen Bambergs: dem Alten Rathaus, das mitten in der Regnitz auf einer künstlichen Insel errichtet wurde. Die Geschichte dazu? Der Bischof wollte den Bürgern kein Land für ein Rathaus geben – also bauten sie eben in den Fluss. Eine kleine Brücke verbindet das eine Ufer, eine zweite das andere. Ich gehe erst links herum, dann rechts herum, blicke von jeder Seite auf das kunstvoll bemalte Fachwerk, auf die barocken Giebel, auf die filigranen Details. Unten drunter rauscht das Wasser, Möwen ziehen vorbei, Selfiesticks werden in Position gebracht – und ich stehe einfach nur da. Still. Ergriffen.
Noch mal Rathaus
Welterbe-Zentrum & Rosengarten No. 2
Ein paar Schritte weiter komme ich am Zentrum Welterbe Bamberg vorbei – ein Informationszentrum, das den Welterbe-Status der Stadt erklärt. Modelle, Animationen, Geschichten. Ich schlüpfe kurz hinein, lese ein paar Tafeln, sehe, wie viel Mühe sich die Stadt mit dem Erhalt ihrer Bausubstanz gibt – und verstehe einmal mehr, warum Bamberg einzigartig ist.
Fast gegenüber liegt der zweite Rosengarten der Stadt, ein kleiner Park direkt vor der Tourist-Information. Weniger prunkvoll als der erste, aber liebevoll gestaltet. Ich setze mich auf eine Bank, lasse den Tag Revue passieren, atme tief durch. Maxi liegt zu meinen Füßen, döst in der Sonne. Es ist ein schöner Moment. Ein ruhiger Moment.
Blick von der Burg
Mit dem Scooter zurück zu Günther – und Fazit zu den Stellplätzen
Dann geht’s zurück zu Zeus, meinem treuen Elektroscooter, der mich wieder durch den Park trägt – vorbei an Badenden, Spaziergängern, Radfahrern. Maxi erwartet mich schon bei Günther. Zeit für ein Fazit: Bamberg ist keine einfache Stadt für Wohnmobilisten. Der offizielle Stellplatz liegt direkt an einer Hauptverkehrsstraße, Schallschutz hin oder her – es ist laut. Ein weiterer Platz am Freibad wirkt etwas ruhiger, aber den habe ich nicht getestet. Und der angeblich romantische Landvergnügen-Platzbeim Gasthaus Gries? Ein Desaster. Ein hässlicher, lärmender Schotterplatz mit Baumaschinen – keine Empfehlung.
Mein Rat: Bamberg lieber als Tagesausflug besuchen, von außerhalb anreisen, parken und dann – mit dem Scooter oder Bus – hinein ins Herz der Stadt.
Die Altenburg
Ein letzter Blick von der Altenburg
Bevor wir Bamberg verlassen, statten wir der Altenburg noch einen kurzen Besuch ab. Die Burg selbst ist hübsch, wenn auch die Aussicht etwas zugewachsen ist. Aber rundherum? Wundervolle Spazierwege, lauschige Waldpfade, stille Ecken. Und wer aufmerksam ist, entdeckt an einem Wasserhäuschen oberhalb der Straße einen großartigen Blick auf die Stadt – mit Kirchtürmen, Hügeln und rotem Dachgewimmel. Hier endet mein Bamberg-Besuch. Mit einem Seufzer. Und einem Lächeln.
Fazit – Bambergs stille Schönheit im Herzen behalten
Bamberg ist großartig. Und laut. Und wunderschön. Und eng. Und voller Geschichte. Es ist keine Stadt, in der man sich treiben lässt wie in einem kleinen Dorf. Aber es ist eine Stadt, die wirkt. Die prägt. Und die inspiriert. Ich habe den Spaziergang genossen, trotz des Verkehrs, trotz des Andrangs. Denn der Dom, das Rathaus, die Altstadt und der Blick vom Rosengarten – sie bleiben. Als Erinnerung. Als Bilder im Kopf.
Jetzt rollt Günther weiter. In Richtung Frankenwald, der uns mit stillen Tälern, schattigen Wegen und freundlichen Gastgebern erwartet. Und dann? Dann kommen das Erzgebirge, das Zittauer Gebirge und die Lausitzer Seenplatte. Unsere Tour de East ist gerade erst losgegangen – und sie fühlt sich schon jetzt wunderbar an.
Galerie
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Blick von der Burg
Die Altenburg
Blick auf das wunderschöne Bamberg
Romantik an der Regnitz
Blick auf die Altstadt
Das Bamberger Wahrzeichen - das Rathaus im Fluss
Noch mal Rathaus
Der Dom zu Bamberg
Die Tour auf Komoot
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Maxi sagt danke
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