Wanderung im Schwarzwassertal
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Wanderung im Schwarzwassertal beim Katzenstein
Wanderung im Schwarzwassertal beim Katzenstein
Schwarzwassertal und Katzenstein – eine der schönsten Wanderungen im Erzgebirge, mit rauschender Schwarzer Pockau, eindrucksvollen Felsen und dem historischen Grünen Graben.

Das Tal öffnet sich
Wanderung im Schwarzwassertal beim Katzenstein
Unsere Wohnmobil-Tour durchs Erzgebirge ist voller Erlebnisse: Nach Falkenstein im Vogtland, der Wanderung durchs Steinbachtal bei Johanngeorgenstadt, dem Besuch in Schwarzenberg, der Übernachtung in Zwönitz, der Lost-Place-Erfahrung an der Fuchsbrunnbrücke, dem Miniatur-Wunderland Heimatecke in Waschleithe, dem Gipfelglück am Fichtelberg und den Felsenwegen der Wolkensteiner Schweiz führt uns der Weg nun ins Schwarzwassertal bei Pobershau. Eine der schönsten Wanderungen des Erzgebirges wartet auf uns, und schon beim Start spüre ich: das hier wird fantastisch.

Landvergnügen am Gasthof Berg
Landvergnügen am Katzenstein
Wir haben das große Glück, direkt an der Bergschänke zum Katzenstein einen Landvergnügen-Stellplatz zu finden. Ein kleines, feines Restaurant thront hier oberhalb des Tales, nur wenige Meter vom Wanderparkplatz entfernt. Gäste loben die gute Küche, und für mich ist es ein perfekter Ausgangspunkt – Günther steht sicher, und ich bin sofort mitten im Geschehen. Ein Gewitter zieht über das Erzgebirge, der Regen trommelt auf das Dach, doch kurz darauf klart es auf. Maxi und ich schnappen uns Rucksack und Kamera und spazieren los – die Wanderung durch das Schwarzwassertal beginnt.

Blick vom Katzenstein
Der Grüne-Graben-Rundweg
Unsere Runde orientiert sich am Grünen-Graben-Weg, einer traditionsreichen Wanderung, die durch das Schwarzwassertal bis zum Gasthof Schwarzwassertal führt und dann am historischen Grünen Graben zurück. Der gesamte Weg misst knapp 14 Kilometer, ist technisch leicht und fast durchgängig gut ausgeschildert. Nur der Abstieg am Katzenstein ist steiler, doch alles in allem ist es eine entspannte und herrlich abwechslungsreiche Tour. Ins Tal geht es auf breiteren Forstwegen, zurück auf dem Grünen Graben entlang eines schmalen, wunderschönen Waldpfades, begleitet vom Plätschern des historischen Kanals.

Pfad ins Tal
Aufstieg zum Katzenstein
Wir folgen einem kleinen Naturlehrpfad, und schon bald ragt der Katzenstein vor uns auf. Er gilt als einer der bekanntesten Aussichtsfelsen Sachsens, jedes Jahr besuchen ihn rund 250.000 Menschen. Kein Wunder, denn von hier blickt man weit ins Schwarzwassertal, sieht den Ringfelsen gegenüber und die steilen Klippen rundum. Das Schwarzwasser rauscht in der Tiefe, Nebelschwaden steigen noch vom Gewitterguss empor, und ich bin hin und weg von der Dramatik. Maxi steht neben mir, schaut in die Tiefe und wedelt – für ihn ist es der perfekte Aussichtsbalkon.

Weg durchs Schwarzwassertal
Abstieg ins Tal
Vom Katzenstein führt ein unmarkierter, aber gut begehbarer Steig ins Tal. Zwischen Felsen und Serpentinen geht es nach unten, Schritt für Schritt, bis wir die kleine Brücke über die Schwarze Pockau erreichen. Auf einem Bänkchen lege ich eine Pause ein und genieße den Blick hinüber zum gewaltigen Ringfelsen. Hier rauscht das Wasser besonders laut, die Kraft des Flusses ist spürbar. Zum ersten Mal sehe ich direkt hinunter auf die Schwarze Pockau – oder, wie die Menschen hier sagen, das Schwarzwasser.

Schwarze Pockau
Die Schwarze Pockau
Die Schwarze Pockau ist ein rund 33 Kilometer langer Gebirgsfluss, der im Volksmund auch Schwarzwasser genannt wird. Er entspringt nahe der Grenze zu Tschechien und mündet bei Pockau in die Flöha. Im Schwarzwassertal gräbt er sich auf fünf Kilometern fast 150 Höhenmeter tief ins Gestein, wodurch dieses beeindruckende, enge Tal entstanden ist. Der Fluss ist unverbaut, wild und lebendig – ein Schatz der Erzgebirgsnatur, dessen Rauschen einen stundenlang begleitet. Maxi lauscht neugierig dem Wasser, während wir weiter dem Weg durchs Tal folgen.

Nonnenfelsen
Unterwegs zum Nonnenfelsen
Der breite Forstweg im Tal ist vielleicht nicht der allerschönste, aber er bleibt der einzige, der durchgängig begehbar ist. Links und rechts jedoch öffnet sich ein Panorama aus rauschendem Fluss, Felsen und Wald – und so stört der breite Weg kaum. Nach einer Weile erreichen wir den Nonnenfelsen und den Teufelsstein, zwei gewaltige Felstürme, die steil aus dem Tal emporragen. Das Wasser tost hier besonders eindrucksvoll, und ich bleibe lange stehen. Maxi schnuppert in den Felsenritzen, während ich einfach nur staune.

was für ein Tal
Sonnenstrahlen im Tal
Nach den Gewitterwolken kommt nun die Sonne hervor. Das Licht spielt auf dem rauschenden Wasser, Funken sprühen auf den Wellen, und hinter jeder Biegung eröffnen sich neue Ausblicke. Nur wenige Wanderer begegnen uns am Vormittag, erst später kommen Gruppen von Radfahrern. Für Maxi und mich ist es ein Geschenk: Ruhe, Natur und diese unendliche Vielfalt an Eindrücken. Auch wenn Leinenpflicht herrscht – und Maxi brav neben mir läuft –, bleibt er begeistert und aufmerksam.

die wilde Heiden
Stollen und Infotafel
Ein Stück weiter erreichen wir einen Stolleneingang. Es handelt sich um ein Überbleibsel der nie fertiggestellten Talsperre Pobershau. Hier sollte einst Wasser abgeleitet werden, doch die Pläne wurden nie umgesetzt. Kurz dahinter lädt eine Bank mit Infotafel zum Verweilen ein, erklärt die Geologie und Geschichte des Tales. Dann öffnet sich das Schwarzwassertal: Wälder weichen Heideflächen, die Schwarze Pockau plätschert sanfter dahin, Schmetterlinge tanzen, und es riecht nach Kamille und Sommerkräutern. Eine herrliche Stimmung, die zum Träumen einlädt.

Am grünen Graben
Aufstieg zum Grünen Graben
Über eine kleine Brücke verlasse ich das Tal und steige in Richtung Grünen Graben auf. Der Grüne Graben ist ein 8 Kilometer langer Kunstgraben, der 1691 in nur 57 Wochen Bauzeit errichtet wurde, um die Bergwerke von Pobershau mit Wasser zu versorgen. Heute ist er ein technisches Denkmal und zugleich ein wunderbarer Wanderweg. Links neben mir plätschert der Kanal, rechts rauschen die Fichten. Maxi springt immer wieder hinein, badet, spielt mit Zapfen, und ich genieße die Stille dieses schmalen Pfades, der uns direkt durch den Erzgebirgswald führt.

Umleitung
Die Baustelle und Umleitung
Irgendwann stoßen wir auf die Baustelle, die wir schon erwartet hatten. Der Grüne Graben wird seit Jahren saniert – ursprünglich sollte alles bis 2023 fertig sein, nun schreiben wir 2025. Die Umleitung führt uns nicht wie gehofft nah am Graben entlang, sondern über breite Forstwege. Holz wird geschlagen, Maschinen lärmen, und ein Sachsenforst-Mitarbeiter rast ohne Rücksicht an mir vorbei. Das passt nicht zum Zauber der Tour, und ich seufze. Doch schließlich erreichen wir wieder Günther am Parkplatz. Es bleibt der Eindruck einer großartigen Wanderung, getrübt nur von der lieblosen Umleitung.

Günther im Blick – Landvergnügen
Fazit und Ausblick
Die Wanderung durch das Schwarzwassertal mit dem Katzenstein und dem Grünen Graben ist eine der schönsten im Erzgebirge. Felsen, Fluss, Heide, Wälder und der historische Kunstgraben machen sie abwechslungsreich und eindrucksvoll. Auch wenn die Sanierung des Grabens derzeit noch Umwege erzwingt, bleibt es eine Tour, die ich jedem empfehlen kann – spektakulär und doch leicht zu gehen. Maxi und ich sind begeistert und werden sicher wiederkommen. Nun geht unsere Wohnmobil-Tour weiter: als Nächstes wartet Seiffen, die Spielzeugstadt, dann Altenberg und schließlich Freiberg, wo unsere Reise ihren Abschluss finden wird.
Die Tour auf Komoot
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