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Freiberg – Silber, Spuckstein und stille Plätze

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Freiberg – Silber, Spuckstein und stille Plätze

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Freiberg – Silber, Spuckstein und stille Plätze

Freiberg – Silber, Spuckstein und stille Plätze

Freiberg – Silber, Spuckstein und stille Plätze

Freiberg begeistert mit Silbergeschichte, prachtvollen Plätzen und stillen Momenten – ein würdiger Abschluss unserer Wohnmobil-Tour durchs Erzgebirge.

Schlossplatz-Panorama

Schlossplatz-Panorama

Freiberg – Silber, Spuckstein und stille Plätze

Unsere große Wohnmobil-Tour durchs Erzgebirge liegt nun fast hinter uns, und während Günther ruhig über die letzten Kilometer rollt, denke ich an all die Etappen zurück, die uns hierher geführt haben. Wir sind durch die Wälder des Vogtlandes gezogen, haben im Steinbachtal das Rauschen des Baches gehört, sind durch Schwarzenberg geschlendert, haben in Zwönitz und an der Fuchsbrunnbrücke gestanden, die Heimatecke besucht, den Fichtelberg erklommen, sind durch die Felsen der Wolkensteiner Schweiz geklettert, haben das Schwarzwassertal erwandert, sind durch Seiffen gestreift und haben Altenberg trotz Regen erlebt. Nun also stehen wir in *Freiberg*, der Silberstadt, die zum würdigen Schlusspunkt dieser Reise werden soll. Maxi blickt neugierig aus dem Fenster, als wüsste er, dass uns hier ein besonderes Kapitel erwartet.

Die Straßen von Freiberg

Die Straßen von Freiberg

Ankommen am Stellplatz

Unser Stellplatz liegt direkt am Schwimmbad, mit 19 Plätzen, Strom, Entsorgung, Duschen und Toiletten – für 13,50 € die Nacht alles, was man braucht. Der Platz ist ruhig, und in wenigen Minuten erreicht man zu Fuß die Altstadt. Während ich Günther ordentlich hinstelle, springt Maxi schon heraus, schnuppert an den Rändern des Platzes und begrüßt die Wiese, als gehöre sie nun zu uns. Ich genieße die Ruhe und spüre, wie die Aufregung in mir steigt, dass wir hier gleich die letzte Station unserer Tour durchwandern werden. Der Regen hat sich verzogen, die Luft ist klar, und wir machen uns auf den Weg.

Schlossplatz

Schlossplatz

Geschichte und Charakter der Stadt

Freiberg wurde im Jahr 1168 gegründet, als hier große Silbervorkommen entdeckt wurden und das sogenannte „Berggeschrey“ einsetzte – eine Art mittelalterlicher Goldrausch. Der Name verweist darauf, dass hier freie Bergleute ihr Glück versuchen durften, ohne in Leibeigenschaft gebunden zu sein. Über Jahrhunderte war Freiberg das Zentrum des Silberbergbaus in Mitteleuropa und machte die Wettiner zu einem der reichsten Fürstengeschlechter. Heute ist die Stadt nicht nur wegen ihrer Altstadt mit über 550 denkmalgeschützten Gebäuden bedeutend, sondern auch wegen ihrer Universität, der Bergakademie, die als älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt gilt. Während ich durch die Straßen spaziere, spüre ich die Mischung aus lebendiger Vergangenheit und einem heutigen, ruhigen Flair, das die Stadt so angenehm macht. Maxi trottet neben mir her, die Nase tief im Kopfsteinpflaster.

Obermarkt Freiberg

Obermarkt Freiberg

Albertpark und Obermarkt

Wir starten unseren Rundgang im Albertpark, wo an diesem Samstagnachmittag viele Menschen sitzen, Kaffee trinken oder einfach die Sonne zwischen alten Bäumen genießen. Ein Springbrunnen plätschert, und Maxi rollt sich einmal genüsslich im Gras, als wolle er zeigen, dass auch er diesen Moment liebt. Auf der anderen Seite erreichen wir den Obermarkt, das Herzstück der Stadt. Hier dominiert das große Rathaus mit seiner Renaissancefassade, das schon im 15. Jahrhundert errichtet wurde und noch heute den Platz prägt. In der Mitte steht das Denkmal für Otto den Reichen, den Markgrafen, der Freiberg einst zur Silberstadt machte. Am Boden findet sich der Spuckstein, eine Erinnerung an die Hinrichtung des Kunz von Kauffungen, der hier im 15. Jahrhundert seinen Kopf verlor. Ich lasse den Blick über die prächtigen Häuser rund um den Platz schweifen, während Maxi aufmerksam die Schritte der vielen Besucher beobachtet.

Blick auf die Altstadt

Blick auf die Altstadt

Petriplatz, Petrikirche und Café Hartmann

Von hier aus ziehen wir weiter zum Petriplatz, dem höchsten Punkt der Altstadt. Hier thront die Petrikirche mit ihrem markanten Turm, der weit über die Stadt hinaus sichtbar ist. Die Häuerglocke im Petriturm rief einst die Bergleute zur Arbeit und klingt auch heute noch zu besonderen Anlässen. Im Inneren befindet sich eine der berühmten Silbermann-Orgeln, die für ihren reinen Klang weltweit geschätzt werden. Gleich nebenan liegt das Café Hartmann, ein traditionsreiches Haus mit eleganter Innenausstattung im Art-déco-Stil. Ich gönne mir einen Kaffee, während Maxi neugierig die vorbeilaufenden Menschen mustert. Es ist ein Ort, der zeigt, wie Kultur, Geschichte und Alltagsleben in Freiberg auf ganz natürliche Weise ineinanderfließen.

Schloss Freiberg

Schloss Freiberg

Schlossplatz und Schloss Freudenstein

Weiter geht es zum Schlossplatz, wo das mächtige Schloss Freudenstein thront. Ursprünglich im 12. Jahrhundert als Burg erbaut, wurde es später in ein repräsentatives Renaissanceschloss umgestaltet. Lange Zeit verfiel die Anlage, bis sie umfassend saniert wurde und heute in neuem Glanz erstrahlt. Heute beherbergt das Schloss unter anderem die berühmte Mineralienschau Terra Mineralia, eine der größten Sammlungen ihrer Art weltweit. Maxi läuft über den großen Platz, der vor dem Schloss liegt, und ich stelle mir vor, wie hier einst Markgrafen und Herzöge residierten, während heute Studenten und Besucher die Geschichte auf ihre Weise weiterschreiben.

Tourist Information Freiberg

Tourist Information Freiberg

Krüger-Haus, Silbermannhaus und Gottfried Silbermann

Am Schlossplatz fällt das Krüger-Haus auf, ein prächtiges Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert das ebenfalls eine umfassende Mineraliensammlung beherbergt. Direkt gegenüber liegt das Silbermannhaus, das Wohn- und Arbeitshaus von Gottfried Silbermann, dem wohl berühmtesten Orgelbauer des Barock. Er lebte und wirkte in Freiberg und baute hier mehrere seiner berühmten Orgeln, die noch heute in den Kirchen der Stadt erklingen. Ich bleibe einen Moment stehen, während Maxi ungeduldig an der Leine zieht, und denke darüber nach, wie passend es klingt, dass ein Mann mit dem Namen Silbermann in einer Silberstadt seine Kunst entfalten durfte.

Dom St. Marien

Dom St. Marien

Dom St. Marien

Am Untermarkt erreichen wir schließlich den Dom St. Marien, eines der bedeutendsten Bauwerke Sachsens. Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert gegründet und in der Gotik zu einer dreischiffigen Hallenkirche umgebaut. Besonders berühmt sind die Goldene Pforte, ein romanisches Portal mit filigranen Figuren, die Tulpenkanzel und die Bergmannskanzel. Im Inneren stehen gleich zwei Silbermann-Orgeln, die den Raum mit ihrem Klang erfüllen. Ich sitze still auf einer Bank, während Maxi sich zu meinen Füßen niederlässt, und lasse die gewaltige Architektur und die Jahrhunderte alte Geschichte auf mich wirken. Es ist einer jener Orte, an denen man spürt, dass Vergangenheit und Gegenwart einander berühren.

Donatsturm

Donatsturm

Stadtmauer und Donatsturm

Ein Stück weiter erreichen wir die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer, die einst Freiberg schützte. Besonders eindrucksvoll ist der Donatsturm, der einzige erhaltene Wehrturm der Stadtbefestigung. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert und wirkt wie ein stiller Wächter über die Altstadt. Maxi beschnuppert die alten Steine, und ich stelle mir vor, wie hier einst Wachen die Stadttore kontrollierten und Händler wie Bergleute ein- und ausgingen. Die Stadtmauer erzählt von einer Zeit, in der Sicherheit und Abgrenzung das Leben bestimmten, und dennoch wirkt sie heute einladend und friedlich.

Theater Freiberg

Theater Freiberg

Theater und Nikolaikirche

Auf unserem Rundgang gelangen wir zum Stadttheater, das 1791 eröffnet wurde und als eines der ältesten Stadttheater Deutschlands gilt. Die klassizistische Fassade wirkt schlicht, doch der kleine Platz davor strahlt eine angenehme Ruhe aus. Wir setzen uns eine Weile auf eine Bank, Maxi döst, und ich genieße die Stille. Gleich gegenüber erhebt sich die Nikolaikirche, eine romanisch-barocke Kirche, die heute als Kulturraum genutzt wird. Ihre Mauern tragen eine andere Stimmung als die großen Gotteshäuser – besinnlicher, fast intim. Hier spüre ich die Vielfalt von Freiberg: groß und klein, prachtvoll und schlicht, alles eng beieinander und doch harmonisch.

Albertpark

Albertpark

Fazit zur Stadt

Freiberg hat mich tief beeindruckt: vom lebendigen Obermarkt über die stillen Plätze bis hin zu den prunkvollen Kirchen und dem Schloss. Die Stadt vereint Geschichte und Gegenwart, Glanz und Gelassenheit, und in jeder Gasse entdeckt man ein neues Detail. Maxi und ich haben die Atmosphäre genossen, mal voller Leben, mal voller Ruhe, und ich weiß, dass dieser Spaziergang ein würdiger Abschluss unserer Reise war.

Schloss Freiberg

Schloss Freiberg

Abschluss unserer Wohnmobil-Tour

Mit Freiberg endet unsere Wohnmobil-Tour durchs Erzgebirge. Wir haben Wanderungen in wilden Tälern erlebt, Gipfel bestiegen, Städtchen erkundet und stille Momente gefunden. Wir haben freundliche Gastgeber getroffen, ruhige Stellplätze genossen und die Natur in vollen Zügen auf uns wirken lassen. Es war eine Reise voller Eindrücke, die uns lange begleiten wird. Maxi liegt nun entspannt auf seiner Decke in Günther, und ich blicke noch einmal zurück auf die Dächer der Silberstadt. So klingt eine Tour aus, die mehr war als nur ein Urlaub – es war ein Stück Leben, das uns geschenkt wurde.

Galerie

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Kleine Karte von Freiberg

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