Die Wolkensteiner Schweiz – eine der schönsten Wanderungen im Erzgebirge, mit Brückenklippe, Wolfsschlucht, Schloss und unzähligen Ausblicken über die Zschopau.
Blick von der Burg
Wanderung durch die Wolkensteiner Schweiz
Unsere Wohnmobil-Tour durchs Erzgebirge wächst von Tag zu Tag. Nach den ruhigen Tagen in Falkenstein im Vogtland, der abenteuerlichen Wanderung durchs Steinbachtal bei Johanngeorgenstadt, dem kurzen, aber beeindruckenden Stopp in Schwarzenberg, einer Nacht beim Brauereigasthof in Zwönitz, der Begegnung mit der Fuchsbrunnbrücke und dem Miniatur-Erlebnis in der Heimatecke bei Waschleithe sowie dem Gipfelglück auf dem Fichtelberg, rollen wir heute nach Wolkenstein. Hier erwartet uns die Wolkensteiner Schweiz – und ich spüre sofort: diese Wanderung wird ein ganz besonderes Kapitel unserer Reise.
Erster Aufstieg in die Schweiz
Start in Wolkenstein
Ich stelle Günther auf dem großen kostenlosen Parkplatz am Rande von Wolkenstein ab, packe Maxi, und wir laufen die ersten Meter los. Noch geht es ein Stück an der Hauptstraße entlang, dann biegen wir in eine kleine verkehrsberuhigte Straße ein, die heute Morgen herrlich leer ist. Ein Wegweiser zeigt schon den Weg in die Wolkensteiner Schweiz. Nach kaum 500 Metern geht es rechts ab, und von einer Sekunde auf die andere stehen wir mitten in einem Felsengarten, wie er gewaltiger nicht sein könnte. Links Felsen, rechts Felsen, vor uns Felsen, hinter uns Felsen. Maxi springt vor Freude, ich kämpfe mich Serpentine um Serpentine nach oben. Atemlos bleibe ich stehen – nicht nur wegen der Anstrengung, sondern weil jeder Meter neue Ausblicke eröffnet. Unten rauscht die Zschopau, und die kleine alte Brücke glänzt im Morgenlicht.
Auf der Brückenklippe
Brückenklippe und Begeisterung
Nach kurzer Zeit erreichen wir die Brückenklippe – das vielleicht spektakulärste Highlight der ganzen Tour. Ein Felsen ragt wie eine kleine Trolltunga aus dem Hang hinaus, und wer den Mut hat, steigt hinauf. Natürlich lassen Maxi und ich uns das nicht nehmen. Der Blick ist überwältigend, das Tal der Zschopau öffnet sich weit, und die Felsen rundherum leuchten. Ein Ort, an dem man verweilen möchte, doch wir reißen uns los. Schon jetzt weiß ich: die Wolkensteiner Schweiz ist eine der faszinierendsten Wanderungen, die ich je gemacht habe.
Felsen im Wald
Die Wolkensteiner Schweiz
Die Wolkensteiner Schweiz ist ein kleines, aber spektakuläres Felsgebiet südlich von Wolkenstein. Schroffe Klippen, enge Schluchten, verwinkelte Pfade – alles, was eine wildromantische Landschaft ausmacht, findet sich hier auf engem Raum. Kletterer zieht es ebenso hierher wie Wanderer, die Abwechslung und Abenteuer suchen. Immer wieder wechseln sich stille Waldwege mit steilen Felsaufstiegen ab, immer wieder blitzen Ausblicke zur Zschopau und auf die Stadt auf. Eine Landschaft, die fordert, aber vor allem beglückt.
Wegweiser im Erzgebirge
Rundwanderung durch Felsenidylle und Kammblick
Die offizielle große Rundtour „Felsenidylle und Kammblick“ misst 15,2 Kilometer mit vielen Höhenmetern – mir ist sie heute zu lang. Stattdessen baue ich mir meine eigene Route mit 9,8 Kilometern und rund 450 Höhenmetern. Von Wolkenstein führt sie uns zur Brückenklippe, dann auf bequemen Wegen über die Hochfläche nach Kohlau, weiter zum Aussichtspunkt Zeißigstein, hinab an die Zschopau und schließlich durch die Wolfsschlucht wieder hinauf zur Burg Wolkenstein. Ein kleiner Rundweg, der alle Facetten der Wolkensteiner Schweiz in sich vereint.
Noch mehr Felsen
Über Anton-Günther-Höhe zur Himmelsleiter
Schweren Herzens trenne ich mich von der Brückenklippe und steige weiter hinauf. Wald umgibt uns, die Luft ist frisch, Maxi läuft wie ein Bergziege voraus. Schließlich erreiche ich die Anton-Günther-Höhe – eine Hochfläche mit Hütte, Bänken, einem Spielplatz und einem grandiosen Ausblick über Wolkenstein. Nach einer kurzen Pause führt unser Weg weiter zur Himmelsleiter, zwei steile Stahltreppen, die uns über Gitterstufen zurück in die Felsenwelt bringen. Maxi meistert die Treppen erstaunlich souverän, doch für empfindliche Hunde ist dieser Abschnitt nichts. Bald darauf wandern wir wieder durch Felsen und Wälder zurück Richtung Stadt.
Wolkensteiner Schlos
Wolkenstein und seine Geschichte
Die Stadt Wolkenstein liegt malerisch über dem Zschopautal. Schon im 13. Jahrhundert gegründet, lebte sie lange vom Bergbau, aber auch vom Handel auf den alten Routen durchs Erzgebirge. Heute hat Wolkenstein rund 4.000 Einwohner und zeigt sich als ruhiges Städtchen mit hübschen Gassen, Fachwerkhäusern und einer Atmosphäre, die Geschichten atmet. Für uns ist es heute Ausgangs- und Zielpunkt einer der schönsten Wanderungen unserer Tour.
breite Wanderwege
Auf nach Kohlau und zum Zeißigstein
Von Wolkenstein führt uns der Weg Richtung Kohlau. Statt einer breiten Straße ist es ein Feldweg, gesäumt von Wiesen und weiten Blicken. Maxi nutzt die Freiheit und rennt, so wie er es schon lange wollte. Kaum Menschen begegnen uns, obwohl Sommerferien sind. Über grüne Hügel geht es schließlich zum Zeißigstein, dem südlichsten Punkt der Wolkensteiner Schweiz. Von hier schweift der Blick tief ins Tal der Zschopau, nur das Bänkchen ist leider schon besetzt.
Maxis Belohnung – Wasser!
Hinunter an die Zschopau
Der Weg führt grün-weiß markiert wieder hinunter an die Zschopau. Durch Fichtenwald, mit Vogelgesang und Flussrauschen, steigen wir ab. Unten erreicht Maxi sofort das Wasser und springt begeistert hinein. Weiter geht es zum Abzweig: direkt zurück nach Wolkenstein oder ein Umweg über die Wolfsschlucht? Natürlich entscheiden wir uns für Letzteres – Abenteuer zieht uns an.
Blick auf das Felsmassiv mit der Wolfsschlucht
Hilfe-Gottes-Stollen und Schlosswand
Wir folgen einem schmalen Pfad an der Zschopau entlang, vorbei am historischen Hilfe-Gottes-Stollen, einem alten Erzstollen, der einst Teil des Wolkensteiner Bergbaus war. Dann stehen wir plötzlich vor der Schlosswand, einem mächtigen Felsmassiv direkt unterhalb der Burg Wolkenstein. Hier gibt es Klettersteige für Mutige, doch für uns reicht der alpine Steig durch die Wolfsschlucht. Schon der Anblick macht ehrfürchtig – Natur und Geschichte verbinden sich hier auf einzigartige Weise.
Die Wolfsschlucht bei Wolkenstein
Durch die Wolfsschlucht
Die Wolfsschlucht ist ein alpiner Steig mitten im Erzgebirge. Ein Schild warnt vor der Schwierigkeit, dann geht es in engen Serpentinen steil hinauf. Der Blick ins Tal wird immer weiter, Maxi läuft tapfer an meiner Seite. Schließlich erreichen wir die eigentliche Schlucht – eine nur einen Meter breite Felsspalte, die sich über dreißig Meter nach oben zieht. Auf schmalen Stufen klettern wir hinauf, der Puls steigt, der Schweiß läuft. Oben angekommen blicke ich weit ins Tal, sehe den alten Bahnhof und die Wagen des Zughotels – und bin überwältigt von diesem Erlebnis.
Wolkenstein
Schloss und Stadt Wolkenstein
Schließlich erreichen wir das Schloss Wolkenstein. Ursprünglich im 12. Jahrhundert erbaut, diente es als Schutzburg für das Zschopautal und wurde später zu einem Renaissanceschloss ausgebaut. Heute beherbergt es ein Museum mit Ausstellungen zur Stadtgeschichte und zum Bergbau, doch an diesem Tag bleibt es geschlossen. Wir spazieren einmal um die Mauern, blicken vom Schlossplatz auf die kleinen Häuser und die St.-Bartholomäus-Kirche. Wenige Meter weiter öffnet sich der Marktplatz mit Rathaus und hübschen Fassaden. Ein stilles, schönes Ensemble – und ein würdiger Abschluss dieser Wanderung.
Blick von der Burg
Fazit
Nach rund 10 Kilometern und fast 500 Höhenmetern bin ich erschöpft, aber überglücklich. Die Wolkensteiner Schweiz war eine der abwechslungsreichsten Wanderungen, die ich je gemacht habe. Felsen, Klippen, Schluchten, Burgen, Wälder und Ausblicke – alles vereint auf engem Raum. Trittsicherheit ist nötig, Kondition auch, doch die Belohnung ist ein Naturerlebnis erster Klasse. Maxi hat jede Minute genossen, sprang über Felsen, badete in der Zschopau und war voller Energie. Für mich war es ein Tag, der im Gedächtnis bleibt – und ich weiß: nach Wolkenstein werde ich ganz sicher zurückkehren.
Wolkensteiner Hochfläche
Ausblick auf die Wohnmobil-Tour
Unsere Wohnmobil-Tour durchs Erzgebirge geht weiter. Nach diesem intensiven Wandertag gönnen wir uns einen Ruhetag in Pobershau auf einem kleinen, gemütlichen Stellplatz. Danach wartet das Schwarzwassertal mit der schwarzen Pockau und seinen wilden Felsen auf uns. Später rollen wir weiter nach Seiffen, in die Spielzeugstadt, und schließlich nach Altenberg, wo die Tour langsam ihrem Ende entgegengeht. Doch noch liegen viele Abenteuer vor uns – und die Erinnerung an die Wolkensteiner Schweiz wird uns dabei begleiten.
Galerie
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Wolkenstein
Wolkensteiner Schlos
Blick von der Burg
Die Wolfsschlucht bei Wolkenstein
Blick ins Tal
Hier gehts hoch
Wolkensteiner Hochfläche
Felsen im Wald
Die Tour auf Komoot
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Die GPX ist aus technischen Gründen als ZIP gepackt.
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Maxi sagt danke
Ein paar Tipps für Wanderführer
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