Durch das Steinbachtal bei Johanngeorgenstadt
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durch das Steinbachtal bei Johanngeorgenstadt
Rundwanderung durch das Steinbachtal bei Johanngeorgenstadt
Das Steinbachtal bei Johanngeorgenstadt – ein Rundwanderweg zwischen Asphalt und Naturlehrpfad, mit Teufelssteinen, Geschichte und stiller Waldmagie.

Pausen- und Kletterstelle an den Teufelssteinen
Rundwanderung durch das Steinbachtal bei Johanngeorgenstadt
Hinter mir liegt die Stille des Frankenwaldes, wo ich am Forstmeistersprung stand, den Altvaterturm besuchte und eine ruhige Nacht in Falkenstein verbrachte. Nach zwei entspannten Tagen dort spüre ich, dass die Erzgebirgsreise nun wirklich beginnt. Je tiefer ich hineinfahre, desto einsamer werden die Wälder, desto mehr Bäche plätschern an mir vorbei und desto holpriger werden die Straßen. Am Morgen erreiche ich Johanngeorgenstadt und stelle Günther am großen Parkplatz bei der Weihnachtspyramide ab. Maxi hüpft hinaus, die Ohren im Wind, und wir stehen voller Vorfreude vor einer neuen Etappe: dem Rundwanderweg durch das Steinbachtal.

Günther unter der Weihnachtpyramide
Ein Stadtspaziergang mit Figuren
Noch bevor der eigentliche Weg beginnt, entdecke ich in Johanngeorgenstadt eine Besonderheit. Ein Wanderpfad führt vorbei an typischen Holzfiguren, die Stationen aus der Geschichte der Stadt erzählen – Bergleute, Flößer, Handwerker. Es ist, als ob die Stadt ihre Vergangenheit in Holz geschnitzt hätte. Johanngeorgenstadt selbst wurde 1654 von böhmischen Exulanten gegründet und lebte jahrhundertelang vom Bergbau. Später prägte auch der Uranabbau die Stadt, der sie wachsen ließ, aber auch viel von der Altstadt zerstörte. Heute zeigt sich Johanngeorgenstadt stolz als „Stadt des Schwibbogens“ und bewahrt ihre erzgebirgischen Traditionen mit Herzblut.

Naturfreibad
Pferdegöpel und Naturschwimmbad
Wir folgen dem Weg am Pferdegöpel, einem technischen Denkmal, bei dem früher Pferde in einem hölzernen Rundgang Gestein aus den Schächten nach oben beförderten. Solche Anlagen sind selten geworden, und Maxi schaut neugierig auf den Holzbau, während ich mir vorstelle, wie hier vor Jahrhunderten Pferde im Kreis gingen. Danach verlieren wir kurz die Spur, der Weg ist nicht gut markiert, bis wir schließlich am Naturschwimmbad stehen. Hier gäbe es auch einen Wohnmobilstellplatz, 15 Euro pro Nacht, praktisch für Reisende, die mitten im Grünen bleiben wollen. Die Wege werden ab hier zu Wiesenwegen, einsam, aber herrlich zu laufen, und mit zunehmender Höhe öffnen sich die ersten Blicke nach Tschechien hinüber.

Blick über das Erzgebirge
Auf dem Kammweg
Bald erreichen wir den Kammweg, einen der bekanntesten Fernwanderwege Deutschlands. Über 285 Kilometer zieht er sich von Altenberg im Osterzgebirge bis nach Blankenstein an der Saale. Er gilt als Qualitätswanderweg und bietet eine Mischung aus Grenzerfahrung, Bergkämmen und stillen Wäldern. Im Winter verwandelt sich der Abschnitt bei Johanngeorgenstadt in die Kammloipe, eine 36 Kilometer lange, schneesichere Loipe, die bei Skilangläufern Kultstatus genießt. Ich spüre den Wind hier oben, Maxi schnuppert in alle Richtungen, und es fühlt sich an, als ob wir einen der stillen Rückgrate des Erzgebirges betreten hätten.

Waldwege
Einstieg ins Steinbachtal
Nach einem Stück auf dem Kammweg erreichen wir das kleine Dorf Steinbach vor den Toren der Stadt. Hier beginnt das eigentliche Steinbachtal und mit ihm der Rundwanderweg. Mit 11,3 Kilometern Länge, 275 Höhenmetern und einer Mischung aus Stadt, Kammweg und Tal ist es eine abwechslungsreiche Tour. Ich und Maxi spazieren voller Erwartung in das Tal hinein. Doch bald wundere ich mich: Der Weg führt auf einer asphaltierten Straße. Zwei einsame Häuser säumen die Strecke, ich hoffe auf ein Ende des Asphalts, aber die Karte zeigt: das Steinbachtal bleibt hier auf Asphalt. Links zweigt zwar ein Naturlehrpfad ab, doch wir bleiben noch standhaft, bis die Teufelssteine auftauchen.

Teufelssteine
Die Teufelssteine im Steinbachtal
Mitten im Steinbachtal ragen die gewaltigen Teufelssteine auf – bis zu 35 Meter hohe Grauwackenfelsen, umgeben von Legenden. Hier klettern gerade einige Sportler an den steilen Wänden, während unten eine kleine Hütte Schutz bietet. Eine Brücke führt über die Steinbach, und plötzlich stehe ich auf dem Naturlehrpfad, der viel spannender wirkt. Ich beschließe, die Asphaltstraße hinter mir zu lassen und Maxi freut sich sichtlich. Nun wandern wir direkt am Fluss entlang, immer unterhalb der Felsen, begleitet vom Rauschen des Wassers und der Geschichten, die diese Steine wohl schon seit Jahrhunderten in sich tragen.

Jetzt wird es herrlich
Schönster Abschnitt des Steinbachtals
Nun entfaltet das Steinbachtal seine ganze Schönheit. Ein schmaler Pfad zieht sich direkt am Ufer entlang, links und rechts ragen die Felsen, immer wieder stehen kleine Bänke und Infotafeln. Maxi springt fröhlich ins Wasser, schüttelt sich lachend nass und läuft dann wieder voraus. Ich bin hingerissen von der Atmosphäre – so schön, dass ich manchmal laut ausrufe. Der Weg ist wildromantisch, abwechslungsreich und ein kleines Paradies. Ich beiße mir in den Hintern, dass ich nicht gleich hier eingestiegen bin. Mein Tipp: Wer das Steinbachtal besucht, sollte unbedingt den Naturlehrpfad wählen – er ist ein Erlebnis für alle Sinne.

Es plätschert der Bach
Abschied vom Tal
Hinter einigen Kleingärten und einer alten Mühle überqueren wir wieder die Asphaltstraße und verlassen das Steinbachtal. Es geht steil hinauf, fast 150 Höhenmeter, zuerst auf einem Wiesenweg, dann auf einem breiteren Forstweg. Die Wälder sind still, nur Vögel singen, Pilze wachsen, und ein kühler Wind begleitet uns. Ich bin dankbar für Maxis fröhliches Tempo, das mich zieht, bis wir die weiten Wiesen oberhalb von Johanngeorgenstadt erreichen. Ein Skilift taucht auf, und in der Ferne sehe ich die tschechischen Hügel. Langsam nähern wir uns wieder der Stadt, die Häuser tauchen auf, und die Stille des Waldes bleibt hinter uns zurück.

Der größte Schwibbogen und sein kleiner Bruder
Johanngeorgenstadt und ihre Schwibbögen
Zurück in Johanngeorgenstadt spüre ich die Mischung aus Tradition und Herausforderung. Heute leben hier nur noch rund 3.700 Menschen, einst waren es Zehntausende zur Wismut-Zeit. Die Stadt ringt mit Abwanderung, setzt aber auf Tourismus, Wintersport und ihre erzgebirgischen Traditionen. Unser Weg führt vorbei am Rathaus, am Platz des Bergmanns, durch kleine Straßen und schließlich zum größten Schwibbogen der Welt. 33 Meter breit, fast 15 Meter hoch – ein monumentales Zeichen bergmännischer Kultur. Gleich daneben steht eine riesige Weihnachtspyramide, und für einen Moment wirkt die Stadt wie eine lebendige Weihnachtslandschaft. Maxi und ich stehen staunend davor, während Günther schon gemütlich am Parkplatz wartet.

Ganz weite Weitblicke
Fazit und Ausblick
Unsere Wanderung durch das Steinbachtal war abwechslungsreich: mal Asphalt, mal Wald, mal Naturpfad. Das Tal selbst ist wunderschön, besonders der Abschnitt am Naturlehrpfad – ein echtes Highlight, während andere Teile eher wenig lohnend sind. Wer nicht die volle Strecke gehen möchte, dem empfehle ich, sich auf den Naturlehrpfad und den Bergbaulehrpfad im Steinbachtal zu konzentrieren. Für uns war es dennoch ein intensiver Tag voller Eindrücke, mit Geschichte, Felsen und Wasser. Als Nächstes zieht es uns weiter nach Schwarzenberg, ins hübsche Städtchen mit Burg und Altstadt, bevor wir über eine alte Brücke und einen Miniaturpark den Fichtelberg bei Oberwiesenthal erreichen. Unsere Reise durchs Erzgebirge hat gerade erst begonnen.
Die Tour auf Komoot
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