Gipfelglück auf dem Fichtelberg bei Oberwiesenthal
Der Fichtelberg bei Oberwiesenthal – höchster Berg Sachsens, mit Schwebebahn, Fichtelbergbahn und Wanderwegen, ein Höhepunkt jeder Wohnmobil-Tour durchs Erzgebirge.
Fichtelberg-Panorama
Gipfelglück auf dem Fichtelberg bei Oberwiesenthal
Unsere Wohnmobil-Tour durchs Erzgebirge trägt uns von Station zu Station. Nach den ruhigen Tagen in Falkenstein, der eindrucksvollen Wanderung durchs Steinbachtalbei Johanngeorgenstadt, dem kurzen, aber intensiven Besuch in Schwarzenberg, einer Übernachtung beim Brauereigasthof in Zwönitz und dem Ausflug zur Fuchsbrunnbrücke waren wir zuletzt in der Heimatecke in Waschleithe. Nun zieht es uns weiter zu einem der großen Höhepunkte unserer Reise: dem Fichtelberg, dem höchsten Berg Sachsens und Wahrzeichen des Erzgebirges. Maxi sitzt gespannt neben mir, als wir Kurs auf die Gipfelstraße nehmen.
Auf dem Gipfel des Fichtelbergs
Bedeutung des Fichtelbergs
Der Fichtelberg ist mit 1.215 Metern der höchste Berg Sachsens und prägt das gesamte westliche Erzgebirge. Er liegt direkt an der Grenze zu Tschechien, wo ihm der etwas höhere Klinovec gegenübersteht. Seit Jahrhunderten gilt der Fichtelberg als Orientierungspunkt, Ausflugsziel und Symbol für die Kraft des Erzgebirges. Schon früh wurde hier ein Aussichtsturm errichtet, später folgten Hotelanlagen und Seilbahnen. Im Winter ist der Fichtelberg eines der wichtigsten Skigebiete Sachsens, im Sommer lockt er mit Wanderungen, Panoramen und der bekannten Schwebebahn. Für uns ist er nicht nur ein Gipfel, sondern ein Inbegriff der Landschaft, die wir mit Günther und Maxi gerade durchstreifen.
Die Gondel zum Fichtelberg
Anfahrt von Zwönitz zum Gipfel
Von Zwönitz und der Heimatecke aus führt unsere Route immer tiefer hinein ins Erzgebirge. Wir durchqueren kleine Dörfer, fahren auf engen Straßen durch stille Täler, immer wieder schnaubt Günther kräftig, wenn die Steigungen steiler werden. Maxi schaut neugierig aus dem Fenster, als sich das Grün verdichtet und die Landschaft einsamer wird. Schließlich nehmen wir die große Abzweigung Richtung Oberwiesenthal und biegen auf die Gipfelstraße ab. Es geht weiter und weiter bergauf, bis wir tatsächlich mit dem Wohnmobil direkt auf dem Fichtelberg stehen. Heute gönnen wir auch Günther sein Gipfelglück. Trotz Sonntag und Ferienzeit finden wir schnell einen Parkplatz, der erstaunlich leer wirkt.
Rund um den Fichtelberg
Rundgang auf dem Fichtelberg
Oben auf dem Fichtelberg starten wir einen kleinen Rundgang. Gleich am Anfang fällt mein Blick auf die Gondel, die hinab ins Tal schwebt, daneben der Sessellift, der Skifahrer und Wanderer hinauf- und hinabbringt. Ein großes Hotel mit eigener Gastronomie und Stellplatz liegt hier ebenso wie eine kleine Aussichtsplattform, ein Wetterhaus und mehrere Infotafeln. Es ist ein wenig diesig, die Sicht reicht nicht allzu weit, und doch wirkt der Blick bis nach Tschechien hinein beeindruckend. In alle Richtungen breitet sich das Erzgebirge aus, ein Teppich aus Wald und Hügeln. Wer mag, kann einkehren – vom kleinen Imbiss bis zum Restaurant ist alles da. Maxi und ich aber genießen nur kurz und beschließen dann, bald wieder hinabzufahren, um uns anderen Zielen zuzuwenden.
Wanderwege am Fichtelberg
Wanderwege und Aufstiegsmöglichkeiten
Der Fichtelberg ist über viele Wanderwege erreichbar. Beliebt ist der Aufstieg von Oberwiesenthal, rund 3,5 Kilometer mit 300 Höhenmetern, oder längere Touren über den Kammweg. Im Winter ist die Kammloipe gespurt, die Langläufer begeistert. Für bequemere Besucher gibt es den Sessellift (Einzelfahrt 6 €, geöffnet täglich von 9–17 Uhr in der Saison) oder die Fichtelberg-Schwebebahn, die älteste Seilbahn Deutschlands (Einzelfahrt 9 €, Berg- und Talfahrt 14 €, ebenfalls täglich geöffnet von 9–17 Uhr, im Winter bis 17:30 Uhr). Der Parkplatz auf dem Gipfel kostet 5 € für zwei Stunden, der Stellplatz am Hotel 18 € (im Winter sogar 39 €) – darin inbegriffen ist dann die nächtliche Aussicht, wenn Ruhe über den Fichtelberg fällt.
Stellplatz auf dem Gipfel
Eindrücke aus Oberwiesenthal
Bei der Fahrt durch Oberwiesenthal merke ich schnell: dieser Ort unterscheidet sich deutlich vom restlichen Erzgebirge. Große Hotels, Ferienanlagen, eine Sommerrodelbahn, Skischulen und zahlreiche Freizeitangebote machen die Stadt zu einem Touristenzentrum. Für Familien und Sportler mag Oberwiesenthal perfekt sein, für mich und Maxi ist es zu trubelig. Hier finde ich wenig von der Stille, die wir sonst suchen. Trotzdem lohnt ein kurzer Blick in den Ort, allein schon wegen seiner Lage direkt am Fuß des Fichtelbergs und der Nähe zur tschechischen Grenze.
Da kommt die Dampflok
Begegnung mit der Fichtelbergbahn
Ein paar Kilometer weiter stellen wir Günther auf einem Parkplatz direkt an einem Bahnhof der Fichtelbergbahn ab. Prompt rollt die Dampflok heran, schwarze Rauchschwaden ziehen durch die Luft, und ein schriller Pfiff kündigt ihre Abfahrt an. Die Fichtelbergbahn verkehrt seit 1897 zwischen Cranzahl und Oberwiesenthal, auf 17 Kilometern Länge, mit 238 Metern Höhenunterschied und malerischen Viadukten. Heute fährt sie an Wochenenden und in der Ferienzeit alle zwei Stunden. Maxi blickt dem fauchenden Ungetüm hinterher, während ich mich kaum sattsehen kann.
Bahnübergang
Auf dem Erlebnispfad Bimmelbahn
Wir spazieren entlang der Gleise und folgen dem Erlebnispfad Bimmelbahn. Dieser Weg begleitet die Fichtelbergbahn auf mehreren Kilometern, mal auf breiten Schotterwegen, mal auf schmalen, idyllischen Pfaden durch Wald und Wiese. Immer wieder stehen Schautafeln, die Geschichte und Technik der Bahn erklären. Und dann, wie bestellt, kommt uns die Dampflok erneut entgegen, zischt und dampft, während Maxi vor Aufregung die Ohren spitzt. Der Erlebnispfad ist ein kleines Abenteuer, das Eisenbahnromantik und Naturwanderung wunderbar verbindet.
Stellplatz Neudorf
Stellplatz in Neudorf
Am Abend erreichen wir unser Tagesziel: den Wohnmobilstellplatz in Neudorf,nahe dem Bahnhof der Fichtelbergbahn. Der Platz ist jung und modern, bietet zehn Stellflächen, eine Toilette und zwei Duschen. Für 15 € pro Nacht kann man hier mit Münzen oder EC-Karte zahlen, Strom kostet 0,50 € pro Kilowattstunde, Duschen 1,50 €, Ver- und Entsorgung sind vorhanden. Ruhig gelegen und perfekt als Ausgangspunkt für Ausflüge mit der Fichtelbergbahn oder Wanderungen auf dem Bimmelbahnweg, ist dies ein Platz, an dem wir uns sofort wohlfühlen. Maxi streckt sich zufrieden in die Wiese, und ich weiß: dies war ein gelungener Tag am Fichtelberg, mitten im Herzen des Erzgebirges.
Bachtal
Fazit und Ausblick unserer Wohnmobil-Tour
Der Tag am Fichtelberg war ein Höhepunkt unserer Wohnmobil-Tour durchs Erzgebirge – mit Gipfelglück, Dampfromantik und stillen Momenten. Auch wenn Oberwiesenthal touristischer wirkt als die meisten anderen Orte, haben wir die Vielfalt genossen: den Blick vom Fichtelberg, die Fahrt der Fichtelbergbahn, den Erlebnispfad Bimmelbahn und einen ruhigen Stellplatz in Neudorf. Für Maxi war es Freiheit pur, für mich eine Mischung aus Staunen und Entschleunigung. Doch die Reise geht weiter: Schon bald rollen wir mit Günther nach Wolkenstein, wo uns eine Burgwanderung erwartet, und später ins mystische Schwarzwassertal. Schritt für Schritt wächst unsere Wohnmobil-Tour zu einer großen Erzählung voller Natur, Geschichte und Stille.
Galerie
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Stellplatz Neudorf
Fichtelberg und drumrum
Gipfelhaus Fichtelberg
Stellplatz auf dem Gipfel
Fichtelbergbahn
Ausblick vom Fichtelberg
Die Gondel zum Fichtelberg
Auf dem Gipfel des Fichtelbergs
Kleine Karte vom Fichtelberg
Download GPX der Tour
Die GPX ist aus technischen Gründen als ZIP gepackt.
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Maxi sagt danke
Ein paar Tipps für Wanderführer
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