Top
Schleierfälle & Ammerschlucht

Eine Fotowanderung durch die Ammerschlucht und zu den Schleierfällen, einem der schönsten Naturschauspielen, die ich kennenlernen und fotografieren durfte.

Die Wanderung

Das Wetter bliebt gigantisch und ich entscheide mich für eine kleine Wanderung durch die Ammerschlucht. Als Ziel möchte ich die Schleierfälle besuchen, einen eben schleiernden Wasserfall. Das Wasser eines kleinen Baches rieselt, tropft, regnet, rauscht über  moosbewachsene Überhänge hinab und bildet ein Naturschauspiel der besonderen Art! Die Wanderung beinhaltet einige steile und anspruchsvolle Passagen, ist aber nicht allzu lang. Ich benötigte 3 Stunden, wobei ich eine Stunde am Fotografieren war.

Der Start

Infoschild am Start zur Ammerschlucht

Infoschild am Start zur Ammerschlucht

Nach kurzer Anfahrt stehe ich frühmorgens (fast nächtens :- ) ) um zehn auf dem ausgewiesenen Parkplatz, der irgendwie recht heruntergekommen aussieht. Diego sieht recht dringlich aus und so entscheide ich mich, den direkten Weg zu den Schleierfällen zu nehmen, anders wie ich geplant hatte. Nach kurzem Weg durch einen Hof darf Diego auch rennen und ich spaziere über die Wiesen des Allgäus.

Etwas nervös machen mich die vielen Schilder, dass der Weg zu den Schleierfällen wegen Steinschlags gesperrt ist. Die Schilder sehen alt und mitgenommen aus, so entscheide ich mich fürs Weiterlaufen. Inzwischen weiß ich, dass der Weg seit mehreren Jahren offiziell wegen Steinschlags gesperrt ist. Wer hier also läuft, sollte nicht nur erfahren sein, sondern macht dies auch auf eigene Gefahrt!

Nach kurzem Spaziergang stehe ich an der Kante zur Ammerschlucht und muss erst mal erstaunt schnaufen. Da geht es doch ganz schön runter, so tief hätte ich mir das nicht vorgestellt. Ich höre das Rauschen, aber sehen kann ich kein Wasser. Nur Wald. Ich nehme den direkten Weg nach unten. Hach, Wanderstöcke wären jetzt doch sinnig gewesen. Es ging auch so und nachdem ich mich in vielen Serpentinen und Serpentinchen nach unten bewegt habe, stehe ich an der Ammer.

Die Schleierfälle

Die Schleierfälle - ein Naturschauspiel

Die Schleierfälle – ein Naturschauspiel

Noch einmal mal ein Warnschild und ich laufe weiter. Rechts von mir ein steiler Fels, links von mir die Ammer. Steinschlag wird es hier definitiv geben. Ein letztes Kraxeln und plötzlich stehe ich vor den Schleierfällen. Und staune. Und staune. Und staune.

Was für ein gigantisch schöner Ort. In unzähligen kleinen Rinnsalen tröpfelt das Wasser von den bemoosten Vorsprüngen, auf 20m regnet es von oben herab, bildet kleine Wasserfälle und größere. Ich habe – Diego sei Dank – die perfekte Uhrzeit erwischt. Die Sonne steht genau hinter dem Wasserfall und Milliarden an Tröpfchen glitzern im Licht.
Überall rauscht und plätschert es und trotzdem ist es ein Ort der Ruhe und der Stille. Und ich habe das unglaubliche Glück, diesen Ort ganz allein genießen zu dürfen. Gut eine Stunde bin ich am Wasserfall und es kommt kein Mensch.

Die Schleierfälle - ein Naturschauspiel

Die Schleierfälle – ein Naturschauspiel

 

 

 

Fotografieren

Die ersten Fotos mache ich mit dem Weitwinkel. Vor allem gegen die Sonne versuche ich das Glitzern einzufangen. Mit einer kleinen Blende (f22) und ein paar akrobatischen Übungen lasse ich die Sonne zu einem Stern mit Strahlen werden und setze die Belichtungszeit herauf, so dass das Wasser etwas verschwommen wird. Ich versuche verschiedene Motive und Perspektiven zu finden, gleichzeitig das wunderschöne Naturdenkmal nicht zu beschädigen. Rumturnen und Klettern ist hier natürlich untersagt.
Ich entscheide mich das Ultraweitwinkel (11-20mm) auszupacken, und bekomme viel mehr des Wasserfalls aufs Bild.

Nebenher genieße ich! Ein unglaublich schöner Ort voller Bewegung und doch Ruhe! Und ein unglaublich zerbrechlicher Ort hinzu!

Die Ausschilderung ist gut, wird aber nicht mehr gepflegt!

Die Ausschilderung ist gut, wird aber nicht mehr gepflegt!

Die Ammerschlucht

Ich trenne mich schweren Herzens von den Schleierfällen und wandere die Ammerschlucht entlang. Ein Schild warnt, dass der Weg Trittsicherheit erfordert, und das stimmt. Hier gibt es heftige Auf- und Abstiege, steile Abhänge. Nix für Sommerschuhe und den Sonntagsspaziergang!

Ein letzter Fotostopp an einem Bach und es geht bergauf! In steilen Stufen schlängelt sich der Weg den Hang hinauf, manchmal befestigt, manchmal wacklig, Bäume liegen über dem Weg. Diego findet das sehr spannend, kommt allerdings auch an seine Grenzen. Ich schnaufe wie ein Walross und bin froh, als ich die Aussichtsbank erreiche. Hier packe ich zur Belohnung mein Vesper aus.
Ich bleibe nicht lang, es kommen immer mehr Menschen. Wanderer, die ihre sehr kleinen Kinder hier vorbeizwingen, junge Erwachsene in Sommerschüchen und Lederhalbschuh… Mich packt das Grauen!

Steinmännchen auf einer Kiesbank an der Ammer

Steinmännchen auf einer Kiesbank an der Ammer

Der Weg führt langsam wieder an die Ammer herunter, bis ganz nah heran. Dort stehen sorgsam aufgestapelte Steinmännchen als Zeichen der Besucher und als Zeichen der Vergänglichkeit wird die Ammer sie wieder abbauen.
Ein weiterer Anstieg folgt und der Weg wird gemütlich. Sanft durch den Wald immer oberhalb der Ammer geht es über Wurzeln und durch den sonnengefluteten Wald.
Der letzte Aufstieg ist dann weniger steil und nach einem halben Kilometer entlang der Straße bin ich am Parkplatz.
Vor Augen habe ich immer noch die gigantischen Schleierfälle. Für mich sicherlich einer der schönsten Orte Deutschlands!

Achtung, noch einmal! Der Weg zu den Schleierfällen ist wegen Steinschlags gesperrt. Er ist steil, rutschig und nicht ungefährlich. Ich hatte in der Ammerschlucht keinen Handyempfang! Also aufpassen und gut vorbereiten oder einfach nur die Bilder genießen. Ihr macht das auf eigene Gefahr (sogar die Bilder anschauen 🙂 )

Wie hat dir mein Bericht gefallen? Hast du Tipps oder Anregungen? Schreib mir doch einen Kommentar!

aTourenvorschlag des DAV, der etwas länger ist

Fotografie

Fototipps:

  • Die beste Uhrzeit ist in den Stunden vor Mittag, danach liegt der Wasserfall im Schatten – was natürlich auch geht.  Kurz vor Mittag hast du die Sonne genau hinter dem Wasserfall, so wie auf meinen Bildern.
  • Nutze eine kleine Blende (f22) und die Sonne wird zu einem Sonnenstern.
  • Ein ND-Filter und ein Stativ ermöglichen lange Belichtungszeiten, die den Wasserfall milchig und bewegt aussehen lassen.
  • Auch im Winter ist das hier ein sagenhafter Platz, nur der Weg wird noch schwieriger. MEIDE Tauwetter!

Mein TOP-Cache:

Entlang dieser Wanderung begegnest du 3 Letterboxen, die alle gut zu machen sind. Naja, die Letterbox an den Schleierfällen ist in einer Höhle und im hinteren Teil wurde es etwas zu eng für mich 🙂

aSchleierfälle 

aConquest oft Paradise 

aSoyer Mühle

Übernachten

In Bad Bayersoien und Bad Oberammergau gibt es Wohnmobilstellplätze für 9 bzw. 10 € die Nacht. Beide liegen aber nahe der Bundesstraße. Rund um die Ammerschlucht gibt es einige Wanderparkplätze, auf denen man stehen kann. Ich selbst übernachtete auf dem Parkplatz nahe dem Naturfreundehaus Bad Kohlgrub und machte noch einen tollen Spaziergang zum Teufelsee (Moorsee)

 

aÜbernachtungsportal Saulgrub

Urlaub machen

Die Gegend um die Ammerschlucht ist wunderschön, längst nicht so überlaufen, wie das Oberallgäu und bietet Platz, Ruhe und viele touristische Angebote.

Das  aHallenfreibad Wellenberg in Oberammergau, der aAlpine Coaster oder die aSchaukäserei

oder eben die a Infoseite Ammergauer Alpen

Follow me...

Entschleunigter Reisender, immer auf der Suche nach einem einsamen und wunderschönen Platz, gemeinsam unterwegs mit Hund Diego, Wohnmobil Günther und seinem Fotoapparat. Außerdem Geocaching-süchtig!

Was ist deine Meinung? Schreib einen Kommentar!

%d Bloggern gefällt das: